No Turning Back

Gepostet am Aktualisiert am

Ein Mann und sein Auto. Mitten in der Nacht. Und ein Telefon.

Die Grundidee, einen Film wie diesen zu machen, klingt interessant und ist letztlich auch der Grund, warum ich ins Kino gegangen bin. Sie ist aber leider auch das einzig Bemerkenswerte an „No Turning Back“. Ich kann meine Kritik in einem Satz zusammenfassen: Der Film ist langweilig.

Dabei geht’s noch ganz interessant los. Erste Überraschung: Er sitzt am Anfang noch nicht im Auto, sondern steigt erst ein. Dann beginnen auch schon die Anrufe. Nach und nach durchblickt man die Situation, in der Locke steckt. Das Ganze ist auch äußerst stillvoll inszeniert. Die Lichter der Autos und Straßenbeleuchtung, die Unschärfen, erstaunlich viele Schnitte / Blickwinkel angesichts des engen Raumes. So weit, so gut. Aber nach schätzungsweise 20 Minuten hat sich das dann auch erledigt und es wird leider nur noch langweilig. Wieder klingelt das Telefon, die Kamera fängt das Display ein, langsam wird die Anzeige scharf und wir sehen, wer dran ist (selbst wenn man die Stimme nicht erkennt, sollte innerhalb der ersten drei Sätze inzwischen klar sein, wer dran ist).  Auch die Unschärfen der nächtlichen Autobahn wirken nunmehr wie pure Effekthascherei und die relativ häufig wechselnden Perspektiven wie ein billiger Versuch, mehr Spannung zu erzeugen.

Auch inhaltlich wird klar: Locke, die einzige Person, die man im ganzen Film zu Gesicht bekommt, ist vollkommen passiv. Zwar ist diese Nacht in der Tat ein Wendepunkt in seinem Leben, aber alles, was letztlich dazu geführt hat, ist schon passiert. Locke hat getan, was er getan hat und er hat die Entscheidungen getroffen, die zu diesem Wendepunkt geführt haben. In dieser Nacht im Auto setzt er lediglich die anderen betroffenen Parteien davon in Kenntnis. Das wirklich Interessante – nämlich die Reaktionen darauf – hört man nur durchs Telefon, und das auch nur, wenn nicht jemand vorzeitig auflegt. Die scheinbare Veränderung in Lockes Persönlichkeit, die mehrere Anrufer ansprechen, bleibt für den Zuschauer unsichtbar, weil sie bei Beginn des Films schon abgeschlossen ist. Selbst Lockes Reaktionen auf die Reaktionen der anderen sind alles andere als interessant, weil – was das Private angeht – er das Szenario offenbar im Kopf schon durchgespielt hat und nicht wirklich überrascht ist, beziehungsweise – im Beruf – mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hat, wie jeden anderen Tag auch, nur diesmal eben am Telefon.

„No Turning Back“ liegt eine gute Idee zugrunde, fängt interessant an, kann aber auf voller Länge trotz eines hervorragenden Tom Hardy nicht gänzlich überzeugen.

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